Schlagwort-Archive: Gelenkblockaden

Faszientraining

Faszientraining

Bei Faszien handelt es sich um gewebsartige Strukturen, zu denen die Bänder, Sehnen und Gelenkkapseln gehören. Sie umgeben und durchdringen jeden Muskel, jeden Knochen, jeden Nerv und jedes Organ. Sie haben einen großenEinfluss auf unsere Haltung und unser Schmerzempfinden. Auch darauf, wie wir uns bewegen und vor allem auch auf unsere Muskulatur.
Im Reitsport ist das Faszientraining mit der Schaumstoffrolle die perfekte Ergänzung. Häufig verbringt der Reiter sehr viel Zeit bei seinem Pferd im Stall. Allerdings wird meist vergessen, dass nicht nur das Pferd auf- und abwärmphasen und ein abwechslungsreiches Training benötigt, sondern auch der Reiter. Leider fehlt dazu oft die notwendige Zeit! Um möglichst lange gesund und vital zu bleiben, ist das Training mit der Rolle die perfekte Ergänzung, denn mit wenig Zeitaufwand besteht so die Möglichkeit unserem Körper ein abwechslungsreiches Training zu bieten.
Nur 10 Minuten tägliches Trainging mit der Faszienrolle können bewirken, dass die Faszien geschmeidiger werden. So kann schmerzhaften Zerrungen und Verletzungen vorgebeugt werden. In den Faszien befinden sich eine sehr hohe Anzahl an Schmerzrezeptoren, die häufig eine Ursache für Rückenleiden sind. Durch das „Abrollen“ kann sich das fasziale Gewebe mit frischem Gewebewasser vollsaugen. Dadurch werden die Faszien elastischer, das macht sich im Training bemerkbar: Die Bewegungen werden fließender und sauberer in ihrer Ausführung. Der Muskel wird besser mit Nährstoffen versorgt und kann mehr Leistung bringen. Nach dem Training kann der Muskel leichter regenerieren, was den Trainingserfolg zusätzlich unterstützt.
Beim Faszientraining lösen sich „verklebte“ Faszien und die Durchblutung wird gesteigert. Um tatsächliche Erfolge zu erzielen ist konstantes Training unabdingbar. Das kann anfangs relativ schmerzhaft sein, aber das stetige massieren der Schmerzpunkte sorgt dafür, dass sich die Faszie löst und trainiert wird, außerdem regeneriert sich das gesamte Gewebe. Verletzungen durch Überbeanspruchung, Entzündungen oder eine Operation können die Faszien vernarben und verhärten. Dadurch wird der Körper durch ein unwillkommenes, steifes Gefühl in seiner Mobilität und Flexibilität eingeschränkt.
Die Benutzung der Faszienrolle vor und nach dem Reiten oder um mit dem zusätzlichen Training in den Tag zu starten, wird nicht nur Ihre sportliche Leistung verbessern, sondern auch Ihre Haltung und Ihr allgemeines Wohlbefinden. Neben der Faszienmobilisation können Sie mit der Fazienrolle auch zahlreiche Übungen ausführen, um Gleichgewicht, Kraft und Koordination zu verbessern. Gerne zeige ich Ihnen wie sie an der Faszienrolle mit ihrem eigenen Körpergewicht arbeiten können. Die Verbesserung der Blutzirkulation hält nicht nur warm, sondern verbessert auch das Fließen von sauerstoff- und nährstoffreichem Blut. Davon profitieren neben Ihrem Herz auch die Körpermuskulatur, die Arterien und die Haut. Aufgrund der erhöhten Blutzirkulation werden festsitzende Stoffwechselschlacken und Giftstoffe aus den Zellen beseitigt.
Gerne zeige ich Ihnen, individuell auf Sie angepasste Übungen mit der Rolle und mache sie mit den Feinheiten des Faszientrainings bekannt. Nutzen Sie die Möglichkeit um Beweglichkeit, Koordination, Dehnbarkeit, Kraft und Gleichgewicht zu verbessern, und lösen Sie die Verklebungen im Fasziengewebe.IMG_3376weiß

Ist eine Behandlung des Reiters notwendig?

Hält der Behandlungserfolg trotz jählicher, regelmäßiger Behandlung nicht kontinurierlich an und das Pferd kehrt immer wieder in die selben Muster zurück. Kann das einerseits daran liegen, dass eine einzelne Behandlung des Pferdes nicht ausreichend ist um die vorliegende Problematik vollständig zu beseitigen. Andererseits kann der Reiter neben kleineren oder größeren Beschwerden auch funktionelle Störungen haben und so Einfluss auf das Pferd haben. Aus diesem Grund empfehle ich Ihnen eine Behandlung von Pferd und Reiter.

Ein Beispiel:

Von Natur aus weisen der Reiter, wie auch das Pferd eine Händigkeit auf. Sie kann durch den Reiter beeinflusst werden. Der Rechtshänder hat die Tendenz in der linken Hüfte einzuknicken, sodass der linke Beckenkamm 1-2 cm höher steht als der Rechte. Da eine Seitneigung beim Menschen immer mit einer Rotation kombiniert ist, dreht sich das Becken auf der linken Seite nach hinten. Als Folge hiervon wird der Sattel gegen die linke Seite der Wirbelsäule in Richtung des rechten Hinterbeines gedrückt. Das Pferd wird so gezwungen auf die rechte Schulter zu fallen.
Oft wird für diesen Umstand der Sattel verantwortlich gemacht. Hier liegt jedoch das Problem beim Reiter.

Die Korrektur ist nur durch eine Behandlung des Reiters möglich. Sein Körpergewebe wie Muskeln und Faszien werden gedehnt, mobilisiert und sowohl die rechte, als auch die linke Körperseite werden miteinander koordiniert.

Geschichte der Pferdeosteotherapie

Osteotherapie als Partner der Veterinärmedizin
Dr. Andrew Taylor Still
Dr. Andrew Taylor Still

Die Osteotherapie ist keine neue Wissenschaft. Sie existiert seit etwa 100 Jahren und wurde von Dr. Andrew Taylor Still (1828 – 1917) begründet.

Er fand heraus, dass viele Krankheiten durch Gelenkblockaden, Muskelverspannungen und Bewegungseinschränkungen des Bindegewebes und der Organe hervorgerufen und begünstigt werden. Er stellte 1892 vier osteopathische Grundregeln auf. Diese liegen noch heute der Humanosteopathie und der Pferdeosteotherapie zugrunde.

‚Osteopahtie‘ (Osteo – Der Knochen, Pahtos – Das Leiden) weist auf den Einfluss einer Krankheit hin, auf eine Ursache und die manuelle Behandlung. In den 70er Jahren hat der französische Tierarzt Dr. D. Giniaux die Osteopahtie für den Menschen erlernt und diese auf das Pferd übertragen. Seit 1997 wird die Osteotherapie am Pferd in Deutschland gelehrt und angewandt.

Ziel der Pferdeosteotherapie ist es, Gelenke der Wirbelsäule und Gliedmaßen manuell zu mobilisieren und deblockieren. Außerdem werden Verspannungen im Gewebe gelöst und die Beweglichkeit einzelner Organe verbessert. Auch die Spannung des Nervensystems wird durch Techniken der Cranio-Sakralen Therapie beeinflusst. Diese Techniken dienen der Selbstregulation im Körper mit dem Ziel Erkrankungen vorzubeugen oder den Heilungsprozess positiv zu beeinflussen.